SMGP-Freimitglied Axel Brattström verstorben

Am 11. April 2018 ist in seiner Heimatstadt Magdeburg unser Freimitglied Axel Brattström nach schwerer Krankheit verstorben. Axel war ein erstklassiger Physiologe, der nach seiner Hochschulkarriere in der Industrie den Zugang zur Phytotherapie gefunden hat. Mit seinen profunden Kenntnissen zum menschlichen Körper und zu den darin ablaufenden Prozessen war es ihm möglich, adaptierte klinische und pharmakologische Forschung zu planen und durchzuführen. Daraus entstanden für die Phytotherapie wichtige Resultate. So wie vor ihm Volker Schulz, ebenfalls SMGP-Freimitglied, gelang es ihm zu zeigen, dass mit pflanzlichen Arzneimitteln relevante klinische Studienergebnisse erzielt werden können. Sein Anliegen war es jeweils, den Placeboeffekt möglichst klein zu halten. Dass die sogenannte "wissenschaftlich Community" dann bei den Johanniskraut-Studien Vorbehalte wegen zu geringem Placebo-Effekt äusserte war eine der grossen Überraschungen im Erfolg. Nichts desto trotz konnte Brattström etliche Studien in renommierten Zeitschriften publizieren. Axel Brattström hat vom Beginn seiner Tätigkeit weg in der Schweiz - er war zwölf Jahre lang Leiter der klinischen und pharmakologischen Forschung bei Max Zeller Söhne AG - die SMGP unterstützt. Er war ein hervorragender udn begeisternder Referent, der an Kursen und Tagungen zu verschiedensten Themen referiert hat. Pestwurz, dessen Entdeckung als Antiallergicum Axel Brattström wissenschaftlich mit enormem Einsatz belegte, Johanniskraut und die Kombination Baldrian/Hopfen als Sedativum waren seine Lieblingsthemen. Ich hatte das Glück während über zehn Jahren mit Axel Brattström zusammen arbeiten zu dürfen. Wir unterstützten und motivierten uns gegenseitig. An der Jahrestagung 2010 hatte Axel Brattström seinen letzten grossen Auftritt bei der SMGP. Bereits nach Magedburg zurückgekehrt, sprach er unter dem Leitmotto „Zukunft braucht Vergangenheit" zum Thema "Metabolisches Syndrom und Diabetes: Gegenstrategien mit Pflanzen?" Im selben Jahr, kurz nach seiner Pensionierung, wurde er dank seiner Verdienste in der Forschung zum Freimitglied der SMGP ernannt. Im Jahr 2014 besuchte er uns zum letzten Mal und war mit dabei bei der internationalen Tagung der deutschsprachigen Phytotherapiegesellschaften in Winterthur - wir sassen beim Kongressdinner am selben Tisch. Brattström hat in der Phytotherapie bleibende Spuren hinterlassen. Dafür dürfen wir ihm danken. Seiner Frau, seinem Sohn und den hinterbliebenen Familienangehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid. Wir müssen einen tatkräftigen, jederzeit optimistischen Menschen loslassen. Ich möchte ihm die wenige Tage nach seinem Tod erstellte Abbildung einer in Engelberg an einem neu erschlossenen Standort aufblühenden Petasites hybridus mit auf den Weg geben.

Beat Meier