Phytopharm: Erfolgreicher internationaler Phytopharmazie-Kongress in Horgen

Am 25. und 26. Juni 2018 fand in Wädenswil unter der Regie der ZHAW, Fachgruppe für Phytopharmazie und Naturstoffforschung, und dem Pharmazeutischen Institut der Universität St. Petersburg (Professor Valery Makorov) die Phytopharm2018 statt. Dieser Kongress hat eine lange Tradition – es war schon die 22. Auflage. Rund 300 Teilnehmende aus über 40 Ländern waren im Seminarhotel Brocken an schönster Lage in Horgen hoch über dem Zürichsee mit dabei. Es war die grösste Veranstaltung internationaler Art, die je im Bereich Life Science an der ZHAW stattgefunden hat. Die Kontakte mit den russischen Freunden von St. Petersburg führten zu einer Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen den beiden Hochschulen. Das Programm fokussierte in erster Linie auf pflanzliche Arzneimittel. Analytische Methoden, Zulassungsfragen und pharmakologische Forschung standen im Mittelpunkt. Von klinischer Forschung berichtete SMGP-Mitglied Wilfried Dimpfel, der zur Wirksamkeit einer Salbei-Zubereitung aus der Schweiz (Menosan®, Bioforce) bei menopausalem Distress positive Daten präsentierte. Vermehrt findet mit Untersuchungskonzepten aus der Lebensmittelchemie die Verstoffwechselung sekundärer Naturstoffe durch die natürliche Gastrointestinalflora Aufmerksamkeit. Änderungen des Mikrobioms finden statt, Naturstoffe werden durch die Bakterien umgewandelt. Die klinischen Konsequenzen sind noch nicht geklärt. Bei den Postern sind die Arbeiten von Olaf Kelber und Karen Nieber aufgefallen: Sie zeigten, dass zahlreiche Daten vorliegen, die pflanzlichen Arzneimitteln einen Leberschutz zusprechen, was im Kontrast steht zum existierenden, dominanten Fokus von Wissenschaft und Behörden auf meist schlecht belegte Leberschädigungen. Ähnlich ist die Situation bei Nebenwirkungen und Anwendungseinschränkungen, die bei näherem Studium der Quellen in vielen Fällen als wissenschaftlich nicht evident erscheinen. Schliesslich konnten sie auch noch feststellen, dass Kinder über die tägliche Nahrung mindestens gleich viel Alkohol aufnehmen, wie wenn sie bei Bedarf eine äthanolhaltige pflanzliche Zubereitung verschrieben bekommen. Die Arbeit zur Hepatoprotektivität wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Evelyn Wolfram von der ZHAW war dem Anlass eine emsige Betreuerin, die es schaffte, bei vollem Programm den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten. Interessant auch ein Poster der ZHAW, das beweisen konnte, dass Teebaumöl auch unter Stressbedingungen recht stabil bleibt. So konnte kein Ascardiol nachgewiesen werden. Die SMGP und der Dachverband Komplementärmedizin sowie die ESCOP und das Universitätsspital Zürich (Institut für Komplementäre und Integrative Medizin) waren Partner, Max Zeller Söhne AG/Vitaplant und Bioforce engagierten sich als Supporter. Details zur Tagung auf www.phytopharm2018.ch .