Jahrestagung Phytotherapie startete mit Highlight für Fähigkeitsausweisträger Phytotherapie (SMGP)


Die 33. Schweizerische Jahrestagung für Phytotherapie war noch keine fünf Minuten alt, als SMGP Präsident Dr.med.Roger Eltbogen den Antibiotika-Resistenzen-Workshop von einer Woche zuvor zitierte und zeigte, dass Ärztinnen und Ärzte mit Fähigkeitsausweis Phytotherapie im Vergleich zu anderen Ärztegruppen deutlich weniger Antibiotika verschreiben und damit die in der Ausbildung geförderten Konzepte, insbesondere bei Erkältungskrankheiten, primär pflanzliche Arzneimittel einzusetzen. Dazu gehören auch die an der Tagung behandelten ätherischen Öle. Weitere Berichte dazu folgen, doch vorerst ein Bericht von SMGP-Mitglied Dr. med Marianne Ruoff, die am Workshop die SMGP vertreten und ein Referat gehalten hat.

WHO-Antibiotika awareness Woche und "nationale Kampagne Antibiotikaresistenzen StaR"

Weltweit nimmt das Problem resistenter Erreger gefährlicher Infektionen zu, gegen die Antibiotika unwirksam werden. Unter anderem deshalb, weil zu viele Antibiotika verschrieben werden. Aus diesem Grunde hat die Weltgesundheitsorganisation WHO breite Informationskampagnen lanciert, an denen sich sie Schweiz mit der „nationalen Kampagne Antibiotikaresistenzen StaR“ beteiligt. Denn jährlich sterben in der Schweiz bereits um die 300 Personen an diesen gefährlichen Infektionen, gegen die Antibiotika nichts mehr nützen.

Komplementärmediznische Ärzte verschreiben nur halb soviel Antibiotika

Hierzu kann Komplementärmedizin einen äusserst gewichtigen Beitrag leisten: Denn Schweizer Ärzte mit komplementärmedizinischer Zusatzausbildung verschreiben durchschnittlich nur halb so viele Antibiotika wie konventionell tätige Ärzte. Besonders phytotherapeutisch ausgebildete Ärzte liegen bei dieser SASIS-Auswertung am tiefsten und verschreiben nur bei 4% der Erkrankungen Antibiotika.

Veranstaltung „Antibiotika-Resistenzen: Das Potential der Komplementärmedizin nutzen“ am 15.11. 2018 in Bern

Nicht nur diese Erkenntnis vermittelte die Präsidentin der UNION schweizerischer komplementärmedizinischer Dachorganisationen Frau Dr. med. Gisela Etter im Rahmen der Veranstaltung „Antibiotika-Resistenzen: Das Potential der Komplementärmedizin nutzen“ an obiger Veranstaltung. Das antiinfektiöse Potential komplementärmedizinischer Therapien wie der Homöopathie und Phytotherapie in Hausarzt- und Tiermedizin, die Möglichkeiten der Antibiotikareduktion im Spital sowie die aktuelle Forschung hierzu wurden im Rahmen dieser Veranstaltung von Dr. med. vet. Andreas Schmidt, IG Homöopathie Nutztiere, Dr. med. Klaus von Ammon, Leiter Klinische Forschung des Instituts für Komplementärmedizin der Universität Bern, Dr. med. Lukas Schöb, Ärztlicher Leiter der Klinik Arlesheim und Dr. med. Marianne Ruoff, Ärztin für Allgemeinmedizin, Phytotherapie SMGP und Akupunktur/TCM (ASA) dargelegt.

Breites antiinfektiöses Potential vorhanden, doch zuwenig berücksichtigt Motion an den Bundesrat

Dieses äusserst wertvolle Potential der Komplementärmedizin in der Infektionsbekämpfung und Antibiotikareduktion wird bisher im Schweizerischen Gesundheitswesen insbesondere im Humanmedizinbereich viel zu wenig genützt, obwohl seit der Volksabstimmung für Komplementärmedizin ein Verfassungsauftrag des Bundes besteht, diese zu berücksichtigen. Die Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin und Thurgauer SP-Nationalrätin Frau Edith Graf-Litscher wird deshalb erneut eine Motion an den Bundesrat stellen, Komplementärmedizin auch im Humanbereich in die nationale Strategie zur Antibiotikareduktion StaR mit einzubinden, sowie die Gründe für den tiefen Antibiotikaverbrauch komplementärmedizinischer Ärzte zu erforschen um entsprechende Behandlungsrichtinien für Haus- und Kinderärzte erarbeiten zu können.

Beiträge verschiedener komplementärmedizinischer Richtungen, aus Forschung und Spital zum Thema Antibiotikaresistenzen

Oben erwähnte Beiträge im Rahmen der DAKOMED-Veranstaltung vom 15.11.18 können auf der homepage des DAKOMED unter dem link: https://www.dakomed.ch/home/unterstuetzen-sie-uns-jetzt/potential-der-komplementärmedizin/ . Hier finden Sie auch die Medienmitteilung des Dakomed.

Bericht Solothurner Zeitung/AZ-Ring